“Würden diese selbst tragen”: Energieriese will Gasumlage nicht in Anspruch nehmen

Einer der größten deutschen Energiekonzerne sagt “Nein” zur Gasumlage. Der Vorstandsvorsitzende des Energieriesen RWE hat bestätigt, dass der Konzern die Verluste aus den erhöhten Gaspreisen selbst tragen und nicht über die Gasumlage geltend machen wird. Stattdessen arbeitet RWE an Alternativen zum Erdgas und treibt das Geschäft mit erneuerbaren Energien voran.

Die neue Gasumlage der Bundesregierung tritt am 1. Oktober in Kraft: Gaskunden müssen mit einem Aufschlag von 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Dieses Geld soll den Energieversorgern helfen, die durch die Reduzierung der russischen Gaslieferungen entstandene Lücke zu schließen.

“Wir verzichten darauf, daraus einen Vorteil zu ziehen”, sagte RWE-Chef Markus Krebber. RWE werde “die Verluste aus der Gasersatzbeschaffung selbst tragen”. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seine Gasbezüge aus Russland auf eine sehr geringe Menge reduziert und seine Gasspeicher sind zu rund 85 Prozent gefüllt.

Der Konzern will nun fünf Milliarden Euro in den Ausbau seines grünen Portfolios investieren – rund 30 Prozent mehr als ursprünglich geplant, teilte RWE bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen mit. Darin enthalten ist ein satter Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro, der auf die gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Erdgas sowie den Energiehandel und nicht zuletzt auf die höheren Energiepreise zurückzuführen ist.

Krebber kündigte an, dass RWE weiter in Windkraft- und Solaranlagen sowie in Speichersysteme und in den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft investieren will. “Für uns ist es wichtig, dass wir als Unternehmen das tun, was wir tun können, nämlich in die Energiewende zu investieren.” Eine Erhöhung der Dividende ist nicht geplant. Die Gewinne sollen für zusätzliche Investitionen verwendet werden.

Dazu gehört eine Erhöhung der Importe von Flüssigerdgas (LNG). In den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 hat RWE nach eigenen Angaben 40 LNG-Ladungen nach Europa verschifft, viermal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Unternehmen ist auch an dem LNG-Terminal in Brunsbüttel beteiligt, das im Dezember in Betrieb gehen soll.

4 Kommentare

  1. Ich nehme die INFO zur Kenntnis, aber das Umsetzen ist eine ANDERE Sache und werde dann im Oktober sehen, ob RWE sein Versprechen hält. Sollt RWE das Versprechen halten und umsetzen ,währe es eine GUTE SACHEN und ein Beispiel für die die ANDEREN ENERGIERIESEN auch dem RICHTIGEN Schritt zur ENTLASTUNG des KLEINEN Mannes zu folgen. So könnte man SOZIALEN Sprengstoff aus der BEVÖLKERUNG nehmen und die Regierung könnte das ENTLASTUNGSGELD für andere Zwecke einsetzen. Aber ankündigen und umsetzen sind ZWEI VERSCHIEDENE PAAR Schuhe . Ob das der RICHTIGE Beitrag zum Klimaschutz ist 40 x mehr Schiffsladungen mit Flüssiggas nach Europa bezweifle ich. Die Preise werden im GESAMTEN dadurch NICHT Geringer.

  2. das ist vorbildlich und andere Anbieter sollten sich daran mal ein Beispiel nehmen.
    Auch die Tatsache, dass sie die Dividenden nicht erhöhen, sondern Gewinne für Investitionen in erneuerbare Energien verwenden ist sehr lobenswert.

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